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Südostbayerische Rundschau im Oktober 2010

Südostbayerische Rundschau vom 16.11.2009

Martinfest 2009

Südostbayerische Rundschau vom 30.10.2009

Laufen: Waldkindergarten ist nun staatlich anerkannt

Laufen. Der Waldkindergarten Laufen ist nun endlich staatlich anerkannt und der Versicherungsschutz steht. Viel Aufregung gab es in diesem Semester bereits um diese Punkte. Der seit Jahren bewährten und bekannten Einrichtung drohte die Schließung (wir berichteten). Eltern und Erzieherinnen machten sich stark für die Pädagogik im Wald und bekamen nun die Bestätigung: der Waldkindergarten entspricht seit Jahren den pädagogischen Erfordernissen eines Kindergartens und nun sind auch genügend Kinder lange genug im Wald, um staatlich gefördert zu werden.


So ist im Wald selbst alles wie in den Jahren zuvor auch geblieben: Kinder basteln, klettern, laufen, matschen und lachen unter der Obhut von engagierten Erzieherinnen. Der entscheidende Unterschied ist, die Eltern haben einen Trägerverein geschaffen, eine Betriebserlaubnis für einen Kindergarten erhalten und alle behördlichen und juristischen Weichen gestellt, um langfristig eine naturverbundene, unabhängige, pädagogisch wertvolle Erziehung sicherzustellen.

Vögel zwitschern, Laub raschelt und ein paar Schritte weiter ist auch Lachen und Rufen zu hören. Im Osinger Wald auf der idyllisch gelegenen Wiese laufen ein paar Kinder in bunten Matschsachen Richtung Unterstand, ein paar sind versunken ins Bauen mit Lehm und wieder ein paar andere Kinder inspizieren mit Käschern ausgestattet, ob sich noch Frösche im Wasser zeigen. Der kleine Weiher, an dem sie dabei stehen, ist ein Biotop, das bei Biologen und Naturschützern ob seines Artenreichtums und seiner Wasserqualität helle Freude verursacht. Es wurde in diesem Jahr aber auch schon als "grob fahrlässig" bezeichnet, Kinder auch nur in seine Nähe kommen zu lassen.

Beim Gespräch mit dem Vorstand des Waldkindergartens Laufen e.V., der nun offizieller Träger des staatlich anerkannten Waldkindergartens ist und den dort arbeitenden Erzieherinnen, soll mit dem Gerücht aufgeräumt werden, dass Kinder ohne Versicherung grob fahrlässig in den Wald geschickt worden seien. Besonders den Erzieherinnen ist anzusehen, dass ihnen eine solche Diskreditierung ihrer Arbeit in der Seele weh tut. Die erste Vorsitzende des Waldkindergartens Laufen e.V., Petra Karg, erklärt: "Die Kinder wurden an jedem einzelnen Tag von den Erzieherinnen hervorragend betreut. Um der Aufsichtspflicht nachkommen zu können, haben wir hier einen wesentlich höheren Betreuungsschlüssel als im Regelkindergarten. Im Moment sind jeden Vormittag 14 Kinder mit jeweils zwei Erzieherinnen im Wald. Unversichert waren die Kinder nie. Sie hatten, wie uns von der Versicherung der vhs auch schriftlich bestätigt wurde, stets denselben Versicherungsschutz wie in jedem vhs-Kurs und zusätzlich hatte der Elternverein seit langem eine Haftpflichtversicherung." Die Eltern, und aus diesen setzt sich der neue Trägerverein des Waldkindergartens hauptsächlich zusammen, hätten ja schließlich ein ureigenes Interesse daran, dass ihre Kinder sicher und gut behütet ihre Zeit im Kindergarten verbringen, so Karg weiter.

Karla Hinterholzer, die ebenfalls im Vorstand des Waldkindergartens ist, erzählt, nachdem Vorwürfe laut geworden seien, es sei nicht alles sicher im Wald, habe man sich mit einigen Experten in Verbindung gesetzt und auch selbst das Gelände und insbesondere den Weiher nochmals genauer angesehen. Das Gewässer, das die Stadt Laufen vor vielen Jahren anlegen ließ, als das Gelände zum Naherholungsgebiet wurde, ist gut einsehbar. An den Rändern fällt es sanft ab und wird dann ein paar Meter weg vom Rand etwas über einen halben Meter tief. Klare Regel im Waldkindergarten ist, dass kein Kind alleine zum Weiher geht. "Völlig ausschließen", sagt die Mutter, die bereits ihr drittes Kind im Waldkindergarten hat, "lässt es sich nicht, dass im Wald etwas passiert. Allerdings habe ich diese Garantie leider auch nicht auf dem Spielplatz, im Regelkindergarten oder zuhause."

Als staatlich anerkannter Kindergarten ist der Waldkindergarten automatisch auch Mitglied des Gemeinde-Unfallversicherungsverbandes und die Vorsitzende Petra Karg hat sich bereits mit dessen Experten für Sicherheit in Waldkindergärten in Verbindung gesetzt. Mit ihm wird vor Ort auch noch mal das Gelände und explizit auch der Teich angesehen.

Der rührige Vorstand des Waldkindergartens Laufen ist nun bereits am Planen für die Zukunft. Grund ist, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens besser abzusichern. "Wir hätten nichts gegen einen der großen Träger, die auch viele Regelkindergärten betreiben", erklärt Jakob Huber, der Kassier des Vereins, der in den letzten Wochen nicht nur betriebswirtschaftlich, sondern auch juristisch tief in die Materie einstieg. "Der Kindergarten rechnet sich im Moment leider nicht besonders. Es gibt mehrere Kinder, die gerade mal drei Jahre alt sind und zwei Tage die Woche in den Kindergarten gehen. Eltern und Kinder genießen den sanften Übergang von daheim weg, Fördergelder gibt es nicht. Und auch die Öffnungszeiten sind etwas kürzer als in den meisten Regelkindergärten. Hier wollen wir künftig etwas ändern. Zum einen wird der Waldkindergarten dann auch besser mit der Berufstätigkeit beider Elternteile kompatibel und die Finanzen solider." Sollte sich dann ein anderer Träger als der Elternverein finden, der die Waldpädagogik mit trägt, will der Vorstand das prüfen. Wichtig ist Eltern und Erzieherinnen, die Kinder eingebunden in die Natur phantasievoll und kreativ spielen zu sehen, ihnen ausreichend Platz zum Bewegen zu bieten, sie ganzheitlich zu fördern und ihnen Selbstvertrauen zu geben, das ihnen hilft, ihre eigenen Fähigkeiten gut einzuschätzen.

Nähere Informationen zum Kindergarten und zur Waldpädagogik bietet auch die Homepage des Vereins www.waldkindergarten-laufen.de.