Aufwachsen in einer Idylle- Lernen fürs Leben mit der Natur in der Natur...

Die Idee der Waldpaedagogik zieht inzwischen große Kreise. In Bayern gibt es derzeit ca. über 350 Waldkindergärten.  Die Tendenz ist steigend. Wie verstehen uns auch als Brücke zwischen Bayern und Österreichern. Wir sind keine "Konkurrenzveranstaltung" zu "konventionellen" Regelkindergärten, sondern begreifen uns als Alternativangebot mit einer anderen Schwerpunktsetzung.

Die Kinder sind jeden Tag mehr als Stunden unter freiem Himmel bzw. unter dem schützenden Blätterdach des Waldes. Sie wachsen in der Idylle des Osinger Waldes auf, dem Naherholungsgebiet der Stadt Laufen. Inmitten des Bayerischen Staatsforstes befindet sich eine riesige Sonnenwiese mit Bauwägen, dem geschmackvollen Holzunterstand "Schiffchen" und einem zugelassenen Biotop. Hier will man selbst als Kind aufgewachsen sein... Den Kindern steht ein Unterstand, zwei Bauwagen sowie bei zu schlechtem Wetter ein Ausweichraum in  Laufen zur Verfügung.

Im Wald finden die Kinder kein vorgefertigtes Spielzeug. Mit viel Phantasie bauen sie sich aus Naturmaterialien z. T. in Teamwork ihre eigenen Spielwelten auf.

Neue Studien ergeben, das Waldkinder daher auch durchaus besser auf mögliche zukünftige Führungsaufgaben in der Zukunft vorbereitet werden können. Der Waldkindergarten ist daher viel mehr als nur ein "Luxusprivatkindergarten" mit staatlicher Anerkennung und Förderung.

• Die freie Natur bietet den Kindern ausreichend Platz, um sich zu bewegen, zu spielen, zu toben und zu entdecken.


• Durch besondere Bodenbeschaffenheit und die sonstigen vielseitigen Reize in der Natur werden sowohl die Grob- als auch die Feinmotorik in besonderem Maße gefördert.


• Das unmittelbare Erleben mit allen Sinnen fördert die Phantasie und Kreativität.


• Aggressionen können in der freien Natur, ohne ‘Türen und Wände’ gut abgebaut werden bzw. entstehen erst gar nicht. In der relativ kleinen Gruppe können soziale Konflikte konstruktiv gelöst werden. Soziale Kompetenz entsteht spielerisch.


• Das Eingebundensein in die Natur mit ihren wechselnden Jahreszeiten und den wechselseitigen Abhängigkeiten wecken das Verständnis der Kinder für das Lebendige und befriedigen die Sehnsucht danach.


• Die erholsame Umgebung des Waldes stärkt körperliche und seelische Gesundheit.

• In einer reizüberfluteten Gesellschaft haben die Kinder die Möglichkeit, wieder Stille zu erleben, die wiederum das gesunde Gedeihen, die innere Ruhe und Konzentrationsfähigkeit fördert.


•  Verhaltensregeln und Gebote können besser nachvollzogen werden, da sie mit dem unmmittelbaren Erleben verbunden sind.


• Die Entwicklung von Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit geben dem Kind Selbstvertrauen, und es lernt, seine Fähigkeiten gut einzuschätzen.

 
• Durch die ganzheitliche Förderung der kindlichen Persönlichkeit wird das Kind motivierter für den kognitiven Bereich (Schulreife). Vorschule findet einmal anders statt.


• Der Waldkindergarten bietet die Möglichkeit, schon kleine Kinder für die Natur zu begeistern und sie im weiteren Sinne für deren Schutz zu sensibilisieren.


„Natur ist für uns Menschen nicht nur bedeutsam,

weil wir selbst ein Teil der Natur sind,

sondern auch,

weil unsere Beziehung zur natürlichen Umwelt

einen Teil unseres Selbst ausmacht.

 


   Johanna Tauber                                Sabine Stavinoha
   Leitung bis 08/2010                           Staatl. anerkannte Erzieherin
   Staatl. anerkannte Erzieherin    

   Brigitte Zellbeck (Ltg ab 09/2010)  Miriam Backe
   Staatl. anerkannte Erzieherin            Staatl. anerkannte Erzieherin
   Montessoriausbildung

   Gabriele Huber, staatl. anerkannte Erzieherin

Idee des Waldkindergartens

Der auffälligste Unterschied gegenüber normalen Kindergärten ist, dass sich "Waldkinder" weit überwiegend in der Natur aufhalten und vorwiegend mit den Dingen spielen, die sie im Wald oder auf dem Feld vorfinden. Nur bei besonders schlechten Wetter bieten unsere Bauwägen  Unterschlupf- zum  Geschichten Erzählen, Malen, Basteln und Frühstücken.

Geschichte und Verbreitung


Die Idee eines Waldkindergarten stammt aus Skandinavien. In Deutschland entstand schon 1969 ein erster Waldkindergarten. Anfang der 1990er Jahre kam es auch in Deutschland zu einer Gründungswelle. Schätzungsweise 350 Waldkindergärten gibt es heute allein in Bayern.

Konzept

Schon aus den "natürlichen" Lernsituationen im Wald ergeben sich einige Herausforderungen. Die Literatur gibt Einblick in das Konzept und die Praxis der Waldkindergärten in Deutschland (z.B. Miklitz, 2000; Köllner & Leinert, 1999; Bickel, 2001). Bei der Arbeit der Erzieherinnen im Waldkindergarten stehen so nach Ingrid Miklitz (2000) folgende Lern- und Erfahrungsziele im Vordergrund (S. 18f.):

Zunächst einmal wird die Förderung der Grob- und Feinmotorik durch natürliche, differenzierte, lustvolle Bewegungsanlässe und -möglichkeiten genannt. Den Kindern wird die Gelegenheit gegeben, die Grenzen ihrer eigenen Körperlichkeit zu erfahren. Sie erfahren Stille und sollen für das gesprochene Wort sensibilisiert werden. Gelernt werden soll dabei ganzheitlich, d.h. mit allen Sinnen, mit dem Körper und alle Ebenen der Wahrnehmung ansprechend.

Mit dem Wald als Spiel- und Aufenthaltsort  werden auch Lernziele verknüpft: Das Erleben der Pflanzen und Tiere in ihren ursprünglichen Lebensräumen und der jahreszeitlichen Rhythmen und Naturerscheinungen, die Sensibilisierung für ökologische Zusammenhänge und Vernetzungen sowie die Wertschätzung der Lebensgemeinschaft Wald und des Lebens sind Lern- und Erfahrungsziele der Waldkindergärten.

Die Ausrüstung im Waldkindergarten

Neben der wetterfesten Kleidung trägt jedes Kind seinen Rucksack in dem sich Trinkbecher, Brotzeit, Regenjacke, Ersatzhandschuhe und Sitzunterlage befinden und der noch viel Platz für Fundstücke bietet. Zur Ausrüstung im Wald gehört außerdem ein Leiterwagen mit Wechselkleidung und das mobile Waldtelefon.

Quelle und Literatur


Dieser Beitrag beruht auf einem Text von

Schaffert, Sandra (2004): Der Waldkindergarten. In: Martin R. Textor (Hrsg.), Kindergartenpädagogik - Online-Handbuch Quellennachweis :  http://www.kindergartenpaedagogik.de/1216.html

weiterführende Literatur


Miklitz, Ingrid. Der Waldkindergarten, Dimensionen eines pädagogischen Ansatzes. Neuwied, Berlin, 2000 (Die Auflage 2004 wurde komplett überarbeitet).

Köllner, Sabine & Leinert, Cornelia. Waldkindergärten. Augsburg, RIWA Verlag, 1999.

Bickel, Kirsten. Der Waldkindergarten. Norden Media, 2001.